TVH - ASV Botnang 3:0 PDF Drucken
Montag, 26. März 2007 um 14:38

Der Minirock zum Abschied hatte etwas Befremdliches an sich. Denn Ulrike Weeber ist diesem Alter eigentlich entwachsen. Andererseits steht dieses Geschenk für die Originalität dieser Mannschaft des TV Hausen. Einer Mannschaft, die Volleyball weniger gearbeitet als gespielt hat. Sie hatte Spaß am Volleyball, und sie hat diesen Spaß vermittelt. Doch zuletzt mischte sich immer mehr Ernst, zwischenzeitlich sogar Frust in die Auftritte. Am Samstag hat sie mit dem 3:0-Sieg gegen Absteiger ASV Botnang einen versöhnlichen Saisonabschluss in der Regionalliga gefeiert. Der Klassenerhalt stand allerdings schon vor dem Saisonfinale fest.

Gleiche Formation Nun geht auch für diese Mannschaft des TV Hausen ein Zeitabschnitt zu Ende. Acht Jahre haben die Fritz Barths, Chris und Patrick Reiners, Markus Strittmatters, Darko Orsolics und Tobias Ballats zusammen gespielt. In fast unveränderter Formation. Ab der nächsten Saison wird man sich an neue Gesichter gewöhnen müssen.

Allen voran steigt die Trainerin, die die Mannschaft fünf Jahre lang auf Regionalliga-Niveau gehalten hat, aus: „Ich bin ein konfliktscheuer Mensch, aber die Mannschaft braucht jemanden, der auf ihre Befindlichkeiten keine Rücksicht nimmt.“ Sie will sich künftig vornehmlich dem Nachwuchs widmen und sich somit um die Basisarbeit kümmern. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

Als die Mannschaft vor acht Jahren in der Landesliga begann, waren die Spieler 15 oder 16 Jahre jung und Schüler - zumindest die meisten von ihnen. Heute studieren sie, oder machen erste Gehversuche im Berufsleben. Einige sind inzwischen Familienväter. „Die Prioritäten haben sich verschoben“, sagt Zuspieler Patrick Reiner.

Markus Strittmatter hatte schon für diese Runde seinen Rücktritt angekündigt, war dann aber doch wieder dabei. Der 44-jährige Routinier steigt endgültig aus. Auch der für das Hausener Team wichtige Mittelangreifer Fritz Barth, der ein Aufbaustudium in Rottenburg angehen will, hört auf. Barth: „Mit einem Abstieg wollte ich mich nicht verabschieden.“ Offen ist, ob Libero Darko Orsolic, ebenfalls einer der Leistungsträger, dabei bleibt. „Der Beruf wird immer aufwändiger“, sagt der Krankenpfleger. „Aber es ist auch wichtig, dass wir Älteren weitermachen und die jungen Spieler fördern“, hofft er auf Kontinuität. Denn der TV Hausen leidet unter einem Standortnachteil und hat nur eine Überlebenschance, wenn er eine qualitativ hochwertige Nachwuchsarbeit liefert. In der nächsten Saison müssen Spieler wie Mittelangreifer Christian Geiger (16) und Libero Jochen Schlag (16) ins kalte Wasser geworfen werden. Denn Ulrike Weeber weiß: „Diese Jungs brauchen Spielerfahrung. Dann können sie sich entwickeln.“

Entwicklung Einer, der in dieser Runde einen großen Entwicklungsschritt getan hat, ist der 16-jährige Malte Stiel. „Es war richtig und wichtig, dass Malte ständig gespielt hat“, stellte Strittmatter seinem Nachfolger auf der Außenposition ein gutes Zeugnis aus. Am 20. April setzt sich das Team zu einer Abschlussbesprechung mit der Trainerin zusammen. Erst dann wird sich zeigen, welche Konturen der TV Hausen für die Saison 2007/08 annimmt. Patrick Reiner hat angekündigt: „Ich habe noch nicht genug.“ Sogar Fritz Barth deutete vorsorglich an: „Mein Abschied ist nur ein Abschied auf Zeit.“ In Hausen kommt man vom Volleyball eben nicht so leicht los.

 
TV Hausen Volleyball, Powered by Joomla!