TVH - VSG Helmstadt 3:1 PDF Drucken
Samstag, 25. März 2006 um 14:21

Zum Abschluss gab es ein Anti-Aging-Paket mit auf den Weg: Thrombosestrümpfe, Men's Health und ein Mittel gegen Haarausfall. Dinge, die man als Mann in seinen besten Jahren zwar nicht unbedingt braucht, aber die wohl unumgänglich sind, wenn man als 43-Jähriger von Spielern umgeben ist, die die eigenen Söhne sein könnten. Der Jüngste, der am Samstagabend in der Brackenheimer Verbandssporthalle auf dem Feld stand, ist gerade einmal 15 Jahre jung. "Der Abschied tut mir weh", gestand Markus Strittmatter. Es war sein letztes Spiel für den TV Hausen. Mit 43 Jahren ist die Zeit gekommen, dem Leistungssport ade zu sagen.

Sicherlich waren es am Ende glückliche Umstände, dass der Klassenerhalt gesichert wurde. Denn aus eigener Kraft hatten sie diesen Kraftakt nicht mehr stemmen können. Das ganze Pech, das sie in dieser Saison mit sechs verlorenen Fünf-Satz-Spielen auf sich gezogen hatten, schien sich an einem einzigen Abend mit einem Schlag umzukehren. Denn sowohl der SV Fellbach (1:3 gegen den VC Offenburg) als auch der USC Heidelberg (2:3 gegen den bereits als Absteiger feststehenden FT Freiburg II) verloren ihre Abschlussspiele, so dass sich der TV Hausen nun punktgleich, aber auf Grund seines starken Satzverhältnisses, noch vor die beiden ebenfalls vom Abstieg bedrohten Kontrahenten schob und damit den Klassenerhalt in letzter Minute sicherte. "Das haben wir uns verdient, dass wir nach dieser Dreckssaison ausgerechnet am letzten Spieltag das Glück auf unserer Seite haben", strahlte der Kapitän.

Es war auch sein Verdienst, dass die Volleyballer in ihre fünfte Regionalligasaison gehen dürfen. Im gesamten Spiel gelang es der Mannschaft nicht, die Nervosität abzulegen. Und Trainerin Ulrike Weeber hatte ihren Routinier, wie schon in den vergangenen Wochen, lange auf der Bank gelassen, um dem Nachfolger, den 15-jährigen Malte Stiel, Spielpraxis zu gewähren.

Aber an diesem Abend zeigte die Mannschaft, dass sie noch nicht reif war für die Zukunft. Sie gewann die ersten beiden Sätze überraschend knapp (28:26, 25:23), doch weder im Block noch im Aufbauspiel und Angriff und erst recht nicht bei den Aufschlägen erwies sich das Team konstant, so dass der Gegner auf Grund der vielen Hausener Fehler plötzlich ins Spiel fand, ohne viel dazu beigetragen zu haben. "Ich habe mich in meiner ganzen Trainerkarriere noch nie so hilflos gefühlt", gab Trainerin Ulrike Weeber nach dem Spiel zu.

Der dritte Satz ging an die Gäste (22:25) und auch der vierte war schon so gut wie verloren. Mit 15:23 hatte der TVH bereits zurückgelegen. Die Trainerin hatte mit Markus Strittmatter ihren letzten Trumpf gebracht, um dem Spiel eine Linie zu und der Mannschaft Sicherheit zu geben. Doch auch er ließ sich von der Nervosität anstecken, ehe er die Wende einleitete, als er seine mentale Stabilität wiederfand. Mit dem nun erfolgreichen Mittelangreifer Fritz Barth kam Hausen Punkt für Punkt heran, während Helmstadt immer unsicherer wurde. So drehte der TV Hausen in der entscheidenden Phase das Spiel und setzte mit dem 25:23 den glücklichen Schlusspunkt.

 
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