TV Hausen - VfB Ulm 3:1 PDF Drucken
Dienstag, 19. März 2013 um 18:25

Kurz vorm großen Ziel

Malte Stiel hatte zu viel Anlauf genommen, er schlitterte und schlitterte bäuchlings den Zuschauerrängen entgegen. So wie das Tradition ist nach Siegen der Hausener Volleyballer. Dort, wo sonst genügend Auslauf in der Brackenheimer Verbandssporthalle zu finden ist, standen am Samstagabend erstmals Turnhallenbänke. 300 Zuschauer sahen den 3:1-Sieg im Nachholspiel gegen den VfB Ulm, die Tribüne war übervoll. "Ich habe hier noch nie vor so vielen Leuten gespielt", sagte Malte Stiel, nachdem er die Jubelei ohne Kollision beendet hatte.

Am nächsten Samstag werden es wohl ähnlich viele Anhänger sein, denen die Spieler nach Spielschluss zu Füßen liegen. Der nächste kollektive Hausener Bauchrutscher soll am letzten Spieltag in der 3. Liga enden. Nach dem Erfolg im Nachholspiel haben es die Hausener nun selbst in den Händen, völlig überraschend in die dritthöchste Spielklasse aufzusteigen. So richtig gerechnet damit hatten sie nicht. Weil Aufstiegskonkurrent Fellbach II in der Vorwoche gegen Durmersheim patzte, liegt Hausen auf einmal in der Pole Position des Aufstiegsrennens.

Wenige Wechsel Am Samstagabend war es einmal mehr die Stammsechs, die für den Heimsieg sorgte. "Wir haben in dieser Saison schon deutlich besser gespielt", sagte Malte Stiel. Trainerin Ulrike Weeber verzichtete auf viele Wechsel, nachdem beim Pokal-Aus unter der Woche genau dadurch der Spielrhythmus der Zabergäuer zerstört worden war. Ulms Zweimetersieben-Riese Axel Wiskirchen stellte den Regionalliga-Spitzenreiter lange vor einige Rätsel. Der ehemalige Bundesligaspieler war nur schwer in den Griff zu bekommen. Nach den zwei mit 25:18, 25:19 gewonnenen Auftaktsätzen drohte das Spiel zu kippen. Ulm holte sich Durchgang drei mit 25:19.

Am Ende setzte sich das variablere Angriffspiel über Peter und Malte Stiel in Satz vier mit 25:19 durch. "Die Jungs wollen unbedingt Meister werden", sagt Trainerin Ulrike Weeber. "Jetzt wollen wir uns das auch nicht mehr nehmen lassen", sagte Peter.

Viele Fragen Verbunden mit dem Meistertitel ist auch das Aufstiegsrecht in die im vergangenen Jahr eingeführte viergleisige dritte Liga. Hier kommen die Gegner aus Hessen, aus Rheinland-Pfalz. Liga drei soll den Abstand zur zweiten Bundesliga verringern, stellt die Teams aber auch vor einige Hürden. Malte Stiel sagt: "Wir müssen überlegen, ob es Sinn macht." Denn es stehen einige Fragen im Raum. Bleibt die Mannschaft so zusammen? Die Spieler arbeiten in Stuttgart oder studieren beispielsweise in Bayreuth. Reichen zwei Mal die Woche Training auch für das zweifelsohne höhere Niveau in der dritthöchsten Spielklasse?

Klar ist schon jetzt: Auch in der dritten Liga wird beim TV Hausen kein Spieler fürs Volleyballspielen bezahlt. Eine Spielzeit kostet angesichts von höheren Schiedsrichtergebühren jedoch wohl das fünffache, nämlich rund 10 000 Euro, statt wie aktuell 2000 Euro. Auch das Drumherum in Liga drei ist ein anderes. Ein Hallensprecher müsste her. Ballroller, die für ein schnelleres Spiel sorgen. Freien Eintritt darf es nicht mehr geben.

"Ich sage jetzt nicht, dass wir es wagen oder nicht", hält sich Trainerin Ulrike Weeber bedeckt. Im Aufstiegsfall werde man sich nach Ostern zusammensetzen und das Szenario dritte Liga gemeinsam durchsprechen. Bis Mitte Mai muss dann eine Entscheidung her.

TV Hausen: Figgemeier, Neuffer, Kleinscheck, Hollmann, Geiger, Ballat, Peter, Weeber, Stiel, Hammer

 
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