TV Hausen - USC Konstanz 2:3 PDF Drucken
Montag, 08. März 2010 um 17:14

Abschied von der Regionalliga

 

Um kurz vor 23 Uhr am Samstagabend ist Zeit für den großen Kehraus. Ulrike Weeber schwingt den Besen in der Brackenheimer Verbandssporthalle, Ordnung muss schließlich sein. „Ich habe dem Hausmeister versprochen, die Halle sauber zu hinterlassen“, sagt die Trainerin des Volleyball-Regionalligisten TV Hausen. Nach der unglücklichen 2:3-Niederlage gegen den USC Konstanz liegen die Scherben einer Saison auf dem Hallenboden, sie lassen sich allerdings nicht mit einem Besen zusammenkehren.

 

Der TV Hausen wird wohl aus der dritthöchsten Spielklasse absteigen. „Wir müssen realistisch sein. Das war’s heute“, sagt Ulrike Weeber. Drei Spieltage vor Schluss hat die Mannschaft nur noch rechnerische Chancen auf den Klassenerhalt. Es müsste schon ein mittelschweres Volleyballwunder her, damit der Abstieg doch noch verhindert wird. Siege gegen die beiden Spitzenteams der Liga aus Durmersheim (1.) und Offenburg (2.). „Es fällt schwer, noch daran zu glauben“, sagt Libero Bernd Neuffer.


Während der fünf Sätze am Samstagabend ist der Glaube an den Klassenerhalt lange greifbar. Der TVH zeigt eine seiner besten Saisonleistungen. Die frühe Führung im ersten Durchgang brachte Hausen zum 25:20-Satzgewinn durch. „Konstanz wirkte ein bisschen gehemmt“, sagte Ulrike Weeber. Die Müdigkeit von der langen Anfahrt hatte die Mannschaft vom Bodensee sich dann in Satz zwei aus den Beinen gespielt. Nach dem 25:19 für Konstanz stand es 1:1.

Experiment
Das große Hausener Problem, die Annahme, hatte das Kellerkind dieses Mal über weite Strecken der Partie im Griff. Trainerin Weeber hatte dafür extra den 16-jährigen Bernd Neuffer vom Zuspieler zum Libero umfunktioniert. Prekäre Situationen lassen Trainer experimentieren. „Am Anfang war ich brutal nervös, mittlerweile geht es“, sagte Neuffer.

In seinem dritten Spiel in der ersten Mannschaft überzeugte der Schüler aus Heilbronn-Böckingen in Durchgang drei. Nach dem 25:23 zur 2:1-Satzführung war der Sieg und das Endspiel um den Klassenerhalt am nächsten Samstag gegen den direkten Konkurrenten aus Stuttgart in greifbarer Nähe. Hausen dominierte das Spielgeschehen in Satz Nummer vier, bis zum 23:23 führten die Gastgeber.

Auf der Tribüne saß derweil der verletzte Hausener Mittelangreifer Tobias Ballat. Mit einem doppelten Bänderriss fällt er für den Rest der Saison aus. „Zuschauen ist schlimmer als die Fußschmerzen“, sagte er. Am Ende des vierten Satzes schlug er die Hände vors Gesicht. Ein leichter Fehler im Angriff und eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung – 25:23 für Konstanz.

Der Satz, die Hoffnung auf den Sieg sind mit dem 23:25 dahin. Der Tie-Break und damit das Spiel ist verloren, als Ulrike Weeber den Schlachtplan wutentbrannt bei 3:8 im fünften Satz an die Wand wirft. „Der Frust musste raus“, sagt die Trainerin hinterher.

Flucht
Nach dem 10:15 im fünften Satz muss sie erst mal für sich alleine sein. Der Feldweg, der an der Halle vorbeiführt, wird zum Fluchtweg. „Ich musste den Kopf frei bekommen“, sagt Ulrike Weeber, die 15 Minuten für sich alleine sein muss. Zu bitter war die Niederlage. Zu bitter der Umstand, dass es am Hausener Spiel nicht viel zu bemängeln gab – aber der Gegner wieder einmal siegte. „Wenn wir die ganze Saison so spielen wie heute, dann sind wir Viertletzter. Und steigen nicht ab“, sagt Weeber.

Die Hausener hatten noch einmal alles probiert vor dem großen Finale. Am Ende bleibt der Trainerin nur der große Kehraus mit dem Besen. „Das Ende kommt zu schnell“, sagt Ulrike Weeber.

TV Hausen: Brenner, Buck, Geiger, Kleinscheck, Leonhardt, Reiner, Weeber, Neuffer, Kleiner.

Neuaufbau 2010/2011


Für Ulrike Weeber ist es nichts Neues. Wieder einmal muss die Trainerin des TV Hausen eine neue Mannschaft aufbauen. Hinter dem Spielerkader für die nächste Saison stehen derzeit noch große Fragezeichen. Einige Spieler des TV Hausen wie zum Beispiel Fabian Buck und Axel Kleinschreck werden im Herbst mit dem Studium beginnen – und den Verein deshalb eventuell verlassen. „Damit müssen wir leben“, sagt Ulrike Weeber. fhu
 
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