TVH - VfB Ulm 3:2 PDF Drucken
Montag, 06. April 2009 um 16:04

Mit der Kraft der Knickerbocker


Kindermund tut Wahrheit kund. Vor Beginn des Entscheidungssatzes am Samstagabend zwischen dem TV Hausen und dem VfB Ulm wackelte die kleine Maja zur Spielerbank der Gastgeber. „Du hast ja eine komische Hose an“, krächzte sie - und drückte ihrem Papa einen Kuss auf den Mund. Papa, das ist der Hausener Libero Darko Grsolic.

Und tatsächlich trugen die Regionalliga-Volleyballer gewöhnungsbedürftige Beinkleider: Weit geschnittene Knickerbocker bis über die Knie. Ganz in Weiß mit schwarzen Streifen. Schick ist anders. „Das ist halt ein besonderer Gag zum Saisonausklang“, sagte Darko Grsolic. Selbst die Trainerin Ulrike Weeber machte mit. „Eigentlich hätten die Jungs rosa Leggins besorgen sollen. Das hat aber nicht geklappt“, saget Chris Reiner nach dem 3:2 (25:21/20:25/28:30/25:18/17:15) gegen den Vizemeister aus Ulm. Besser ausgesehen hätten die Hausener auch nicht mit rosa Hosen. Aber sie hätten wohl genauso schön gespielt.

Hausener Stil
Die Kraft der Knickerbocker, sie wirkte. Schon im ersten Satz verzweifelte der Ulmer Block am Hausener Spiel mit viel Sti(e)l. Malte Stiel über rechts, Malte Stiel über links, Malte Stiel aus dem Rückraum. Immer wieder machte es „bumm“. Ganze Serien von krachenden Schmetterbällen landeten in der gegnerischen Hälfte. „Das ist schon der Wahnsinn“, sagte Chris Reiner, „auch wegen ihm ist die Saison so gut gelaufen.“

Anders als in den Vorjahren mussten die Hausener im Saisonendspurt nicht mehr um den Klassenerhalt bibbern. 20:16-Punkte, Rang fünf. „Wir hatten keine Verletzten und zum Jahreswechsel einen ganz starken Lauf“, sagte Chris Reiner. „In diesem Jahr haben wir dem Gegner auch einmal das Spiel aufzwingen können“, sagte Trainerin Ulrike Weeber. Am Samstagabend war es nach über zwei Stunden der größere Siegeswille, der dem TVH zu einem knappen Fünfsatzsieg verhalf.

Schöner Schluss
Trotz einer 13:7-Führung im Tiebreak hatten die ersatzgeschwächten Gäste plötzlich Matchball. Am Ende reichte es mit dem 17:15 doch noch zum Hausener Happy End. Quo vadis, TVH? „Das ist das Optimum, was wir hier in Hausen erreichen können“, sagte die Trainerin. Der Kader aus Eigengewächsen soll zusammenbleiben. Aus der zweiten Mannschaft (künftig Oberliga) drängen Talente nach. Ob auch Malte Stiel weiter das TVH-Trikot trägt, ist noch offen. „Wir setzen uns bald zusammen“, sagt Weeber. Klar ist aber auch: „Wenn ein ambitionierter Zweitligist kommt, dann kann ich verstehen, dass er solch ein Angebot annimmt“, sagt Weeber. Vielleicht spielt er aber auch so lange in Hausen, bis das mit den rosa Leggins klappt.

TV Hausen: Stiel, C. Reiner, Geiger, P. Reiner, Grsolic, Buck, Weeber, Ballat.
 
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